Digitale Barrierefreiheit neu gedacht: Warum sie uns alle betrifft
Digitalisierung ist längst mehr als nur ein Schlagwort – sie verändert unseren Alltag, unsere Arbeitswelt und auch den Mittelstand grundlegend. In unserem Webcast trifft Martin Schmiedel, Vorstand der GFKD AG, auf Persönlichkeiten, die diesen Wandel aktiv gestalten. Es geht um Geschichten, um Erfahrungen und um die Frage, wie Digitalisierung dort funktioniert, wo Menschen im Mittelpunkt stehen.
In dieser Folge spricht Martin Schmiedel mit Marc Haunschild (Experte für digitale Barrierefreiheit) und Johannes Grasser (Speaker & Berater, selbst mit Handicap) darüber, warum digitale Barrierefreiheit nicht länger als reine Pflichtaufgabe betrachtet werden sollte. Gerade im unternehmerischen Kontext wird das Thema häufig durch gesetzliche Vorgaben und regulatorische Anforderungen geprägt. Dabei wird das tatsächliche Potenzial oft übersehen.
Diese Podcast Folge eröffnet eine neue Perspektive. Im Gespräch wird deutlich, dass Barrierefreiheit im digitalen Raum nicht nur die Erfüllung von Anforderungen bedeutet. Sie trägt zu besseren Produkten, höherer Nutzerfreundlichkeit und mehr wirtschaftlichem Erfolg bei. Gleichzeitig zeigt sich, dass sie für Unternehmen eine echte Chance bietet, neue Zielgruppen zu erreichen und langfristig wettbewerbsfähiger zu werden.
Worum es in der Folge geht
- Neue gesetzliche Anforderungen durch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz
- Der aktuelle Stand von digitaler Barrierefreiheit in Unternehmen
- Perspektiven aus Praxis und persönlicher Erfahrung
- Wirtschaftliche Chancen vs. wahrgenommene Hürden
- Warum Barrierefreiheit eigentlich „digitale Freiheit“ ist
Barrierefreiheit ist eine der wenigen Dinge, die keine Nachteile haben.
Marc Haunschild
Experte für digitale Barrierefreiheit
Die wichtigsten Erkenntnisse
1. Barrierefreiheit ist Pflicht
Mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz werden erstmals auch Teile der Privatwirtschaft stärker in die Verantwortung genommen. Trotzdem ist der Reifegrad in vielen Unternehmen noch gering. Häufig wird versucht, Anforderungen möglichst minimal zu erfüllen – statt sie strategisch zu nutzen.
2. Gute Barrierefreiheit ist kein Zusatz, sondern bessere Qualität
Barrierefreie digitale Produkte sind nicht nur inklusiver, sondern schlicht besser: verständlicher, nutzerfreundlicher und effizienter. Ob größere Klickflächen, klare Strukturen oder alternative Bedienmöglichkeiten – alle profitieren davon, nicht nur Menschen mit Einschränkungen.
3. Das größte Hindernis sind nicht Technologien
Technische Lösungen sind längst vorhanden oder mit überschaubarem Aufwand umsetzbar. Was fehlt, ist oft das Bewusstsein und die Bereitschaft, das Thema aktiv anzugehen. Angst vor Aufwand oder Fehlern blockiert viele Organisationen.
4. Barrierefreiheit ist ein wirtschaftlicher Hebel
Unternehmen unterschätzen häufig das Potenzial: Millionen qualifizierter Arbeitskräfte bleiben ungenutzt. Gleichzeitig steigert barrierefreie Gestaltung Produktivität, Nutzerzufriedenheit und Wettbewerbsfähigkeit – intern wie extern.
5. Es geht nicht nur um Inklusion, sondern um gesellschaftlichen Fortschritt
Digitale Barrierefreiheit betrifft langfristig jede und jeden. Mit zunehmendem Alter oder veränderten Lebenssituationen profitieren alle von zugänglicher Technologie. Deshalb ist das Thema weniger eine soziale Verpflichtung als eine Investition in die Zukunftsfähigkeit.
Wir müssen weg von Barrierefreiheit hin zu digitaler Freiheit für alle.
Johannes Grasser
Speaker & Berater, selbst mit Handicap
Einblicke in das Gespräch
Johannes Grasser berichtet von seinen Erfahrungen aus Australien. Bereits vor mehr als zehn Jahren waren dort digitale Unterstützungsangebote selbstverständlich. Dazu gehörten automatisierte Vorlesungsmitschnitte ebenso wie speziell ausgestattete Lernumgebungen. Deutschland steht in vielen Bereichen noch am Anfang dieser Entwicklung.
Auch alltägliche Beispiele zeigen, wie sehr Barrierefreiheit längst Teil unseres Lebens ist: Sprachsteuerung beim Smartphone, Diktierfunktionen oder automatisierte Untertitel sind ursprünglich als Hilfsmittel gedacht, heute aber für viele selbstverständlich.
Marc Haunschild betont, dass Maßnahmen zur Barrierefreiheit nahezu immer auch zu besseren digitalen Produkten führen. Wer hier investiert, verbessert nicht nur die Zugänglichkeit, sondern stärkt zugleich das Nutzererlebnis und die Markenwahrnehmung.
Wer verstehen will, warum digitale Barrierefreiheit keine Pflicht, sondern eine Chance ist, sollte in diese Folge reinhören – und vielleicht selbst beginnen, Barrieren im Kopf abzubauen.
Hinweis. Für die Erstellung dieses Beitrags wurden KI-Tools eingesetzt.
Zum Webcast
Folge #8: Digitale Barrierefreiheit
Martin Schmiedel im Gespräch mit Marc Haunschild und Johannes Grasser