Ladeinfrastruktur für Unternehmen: Steigert Sie Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit? 

Elektromobilität gewinnt in unserer Gesellschaft zunehmend an Bedeutung. Dabei spielt die Ladeinfrastruktur eine entscheidende Rolle. Unternehmen, die sich für Elektromobilität und den Aufbau einer geeigneten Ladeinfrastruktur entscheiden, profitieren von zahlreichen Vorteilen. Diese reichen von der Attraktivitätssteigerung als Arbeitgeber bis hin zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit.

Marc Trölitzsch von der Mer Germany GmbH hat in seinem Vortrag auf dem mittelstand.digital.forum detailliert aufgezeigt, wie Unternehmen durch den gezielten Einsatz von Ladeinfrastruktur ihre Attraktivität erhöhen können. Er hat praxisnahe Lösungen präsentiert, die sowohl den Unternehmensstandort als auch die Anforderungen der Mitarbeitenden berücksichtigen.

In diesem Beitrag werden wir die wichtigsten Aspekte und Erkenntnisse aus dem Vortrag zusammenfassen und erläutern, warum und wie Unternehmen von einer gut durchdachten Ladeinfrastruktur profitieren können. Begleiten Sie uns durch die verschiedenen Kapitel, in denen wir auf die Attraktivität der Ladeinfrastruktur, die schrittweise Umsetzung und Beispiele aus der Praxis eingehen.

Attraktivität durch Ladeinfrastruktur

Vorteile für Arbeitgeber

Eine gut ausgebaute Ladeinfrastruktur bietet Unternehmen zahlreiche Vorteile. Diese Vorteile spielen eine wesentliche Rolle dabei, neue Talente zu gewinnen und bestehende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu binden.

  • Neue Talente gewinnen

    • Elektromobilität als Benefit für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Immer mehr Menschen legen Wert auf nachhaltige Mobilität und suchen nach Arbeitgebern, die diese Werte teilen. Laut einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung gaben 49 % der Befragten an, dass Nachhaltigkeit in ihrem Unternehmen wichtig ist. Durch die Bereitstellung von Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge können Unternehmen sich als umweltbewusste Arbeitgeber positionieren und so attraktive Anreize für potenzielle Mitarbeitende schaffen.
  • Mitarbeiterbindung

    • Anreize für aktuelle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Eine funktionierende Ladeinfrastruktur bietet auch Vorteile für die bestehende Belegschaft. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bereits Elektrofahrzeuge nutzen oder dies in Erwägung ziehen, werden die Möglichkeit zu schätzen wissen, ihre Fahrzeuge bequem am Arbeitsplatz aufladen zu können.

Wettbewerbsfähigkeit

Neben den Vorteilen für Arbeitgeber spielt die Ladeinfrastruktur auch eine entscheidende Rolle für die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens. Im Folgenden wird erläutert, wie Ladeinfrastruktur zur Zukunftsstrategie und zur Differenzierung vom Wettbewerb beitragen kann.

  • Zukunftsstrategie für Unternehmen

    • Nachhaltigkeitsziele und Imagepflege: Viele Unternehmen setzen sich zunehmend ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele. Die Integration von Ladeinfrastruktur unterstützt diese Ziele, indem sie den CO2-Ausstoß reduziert und den Einsatz erneuerbarer Energien fördert. Ein solches Engagement verbessert das Image des Unternehmens und zeigt Kunden und Partnern, dass es ernsthaft an einer nachhaltigen Zukunft arbeitet.

    • Scope 1, 2, 3 und deren Bedeutung: Diese Begriffe beziehen sich auf die verschiedenen Kategorien der Treibhausgasemissionen, die ein Unternehmen verursacht. Scope 1 umfasst direkte Emissionen aus unternehmenseigenen oder kontrollierten Quellen, Scope 2 betrifft indirekte Emissionen aus der Erzeugung von eingekaufter Energie, und Scope 3 schließt alle anderen indirekten Emissionen ein, die entlang der Wertschöpfungskette entstehen. Durch den Einsatz von Ladeinfrastruktur kann ein Unternehmen seine Emissionen in allen drei Scopes effektiv reduzieren.

  • Abheben vom Wettbewerb

    • Positionierung als innovatives und nachhaltiges Unternehmen: Unternehmen, die in Ladeinfrastruktur investieren, setzen ein starkes Zeichen in Bezug auf Innovation und Nachhaltigkeit. Dies ermöglicht es ihnen, sich positiv vom Wettbewerb abzuheben.

Partner und Kunden

Eine nachhaltige Ladeinfrastruktur hat nicht nur interne Vorteile für das Unternehmen, sondern beeinflusst auch die Beziehungen zu Partnern und Kunden positiv. Im Folgenden wird erläutert, wie sich dies konkret auswirkt.

  • CO2-Fußabdruck und Nachhaltigkeit

    • Zusammenarbeit mit nachhaltigen Partnern: Die Wahl der richtigen Partner ist entscheidend für den Erfolg nachhaltiger Projekte. Unternehmen, die Ladeinfrastruktur implementieren, sollten darauf achten, mit Partnern zusammenzuarbeiten, die ebenfalls Wert auf Nachhaltigkeit legen. Dies verstärkt die positiven Effekte und trägt zu einem konsistenten, nachhaltigen Image bei.

    • Auswirkungen auf die Wertschöpfungskette: Eine nachhaltige Ladeinfrastruktur beeinflusst die gesamte Wertschöpfungskette des Unternehmens. Kunden und Geschäftspartner achten zunehmend auf die Umweltfreundlichkeit ihrer Lieferanten und Partner. Unternehmen, die durch eine nachhaltige Ladeinfrastruktur ihre CO2-Bilanz verbessern, können dies als Verkaufsargument nutzen und sich so in der gesamten Wertschöpfungskette als umweltbewusster Akteur positionieren.

Schritt für Schritt – Die Lösungen

Planung und Umsetzung

Eine erfolgreiche Umsetzung der Ladeinfrastruktur erfordert sorgfältige Planung und eine strukturierte Herangehensweise. Dies beginnt mit einer fundierten Beratung und Bedarfsanalyse und setzt sich über die Installation bis hin zum Betrieb fort.

  • Beratung und Bedarfsanalyse

    • Individuelle Planung mit Unternehmen: Jedes Unternehmen hat unterschiedliche Anforderungen und Voraussetzungen. Eine maßgeschneiderte Planung ist daher essenziell. Experten analysieren die spezifischen Bedürfnisse und erstellen darauf basierend ein passendes Konzept.

    • Ortsbegehungen und Zusammenarbeit mit Gewerken: Vor der Installation sind Ortsbegehungen notwendig, um die Gegebenheiten vor Ort zu beurteilen. Eine enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Gewerken wie Elektrikern und Tiefbauern stellt sicher, dass alle infrastrukturellen Anforderungen erfüllt werden.

  • Installation und Betrieb

    • Auswahl der passenden Ladestationen (AC, DC): Je nach Bedarf werden unterschiedliche Typen von Ladestationen eingesetzt. AC-Ladestationen eignen sich für reguläre Anwendungen, während DC-Schnellladestationen für intensive Nutzung und kurze Ladezeiten vorgesehen sind.

    • Integration ins bestehende Energiemanagement: Die Ladeinfrastruktur muss nahtlos in das bestehende Energiemanagement des Unternehmens integriert werden, um eine effiziente Nutzung zu gewährleisten.

    • Nutzung von Ökostrom: Die Verwendung von Ökostrom für die Ladeinfrastruktur unterstreicht das Engagement des Unternehmens für Nachhaltigkeit und trägt zur Reduktion des CO2-Fußabdrucks bei.

Betrieb und Service

Ein reibungsloser Betrieb der Ladeinfrastruktur erfordert kontinuierliche Unterstützung und regelmäßige Wartung.

  • Administration und Wartung

    • 24/7-Hotline und Serviceangebote: Eine Rund-um-die-Uhr-Hotline stellt sicher, dass bei Problemen jederzeit Unterstützung verfügbar ist. Dies erhöht die Zuverlässigkeit der Ladeinfrastruktur und sorgt für zufriedene Nutzer.

    • Regelmäßige Wartung und Inspektionen: Um die Leistungsfähigkeit der Ladeinfrastruktur zu erhalten, sind regelmäßige Wartungen und Inspektionen notwendig. Dies verhindert Ausfälle und verlängert die Lebensdauer der Anlagen.

  • Energiemanagement

    • Lastmanagement und Nutzung von Ökostrom: Ein effizientes Lastmanagement sorgt dafür, dass die verfügbare Energie optimal genutzt wird. Die Kombination mit Ökostrom maximiert die Nachhaltigkeit der Ladeinfrastruktur.

Praktische Lösungen

Praktische und flexible Lösungen sind der Schlüssel zu einer erfolgreichen Implementierung der Ladeinfrastruktur.

  • Modulare Systeme

    • Unternehmensstandort, Unterwegs, Zuhause: Ein modulares System ermöglicht es, die Ladeinfrastruktur je nach Bedarf am Unternehmensstandort, unterwegs oder zu Hause zu nutzen. Dies bietet maximale Flexibilität für alle Nutzer.

    • Lade-Apps und Roaming: Moderne Lade-Apps und Roaming-Funktionen erleichtern den Zugang zu Ladestationen und ermöglichen das Laden an verschiedenen Standorten innerhalb eines Netzwerks.

  • Nachhaltige Konzepte

    • CO2-neutrale Lösungen durch Partnerschaften: Die Zusammenarbeit mit Partnern, die sich ebenfalls der Nachhaltigkeit verpflichtet haben, ermöglicht CO2-neutrale Lösungen. Dies stärkt das ökologische Profil des Unternehmens und erfüllt die steigenden Anforderungen von Kunden und Partnern.

Im nächsten Abschnitt werden wir konkrete Beispiele aus der Praxis vorstellen, um zu zeigen, wie diese Konzepte erfolgreich umgesetzt werden können.

Beispiele aus der Praxis

Praxisbeispiele veranschaulichen, wie Unternehmen erfolgreich Ladeinfrastruktur implementieren und davon profitieren können. Hier sind zwei beeindruckende Beispiele:

TecAlliance GmbH

  • Projektdetails

    • 24x AC Wallboxen in Weikersheim, 26x AC in Köln: TecAlliance hat an zwei Standorten insgesamt 50 AC-Wallboxen installiert. Dies ermöglicht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ihre Elektrofahrzeuge bequem am Arbeitsplatz zu laden.

    • Integration von PV-Anlagen und Speichern: Zusätzlich wurden Photovoltaikanlagen und Energiespeicher integriert, um den Strombedarf nachhaltig zu decken und Überschüsse zu speichern.

  • Ergebnisse

    • Verbesserung der Nachhaltigkeit und Mitarbeitermotivation: Die nachhaltige Energieversorgung und die Möglichkeit, Elektrofahrzeuge zu laden, erhöhen die Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zudem trägt dies zur Reduktion des CO2-Fußabdrucks des Unternehmens bei.

MEWA Textil-Service SE & Co. Management OHG

  • Projektdetails

    • 3x DC Hypercharger in Großkienitz: MEWA hat in Großkienitz drei DC-Hypercharger installiert, die eine schnelle Aufladung von Elektrofahrzeugen ermöglichen.

    • Elektrifizierung der LKW-Flotte und Firmenfahrzeuge: Neben den Firmenfahrzeugen wurden auch LKWs elektrifiziert, was zu einer erheblichen Reduktion der Emissionen beiträgt.

  • Ergebnisse

    • Effizienzsteigerung und CO2-Reduktion: Die Umstellung auf Elektrofahrzeuge und die Nutzung der DC-Hypercharger haben die Betriebseffizienz erhöht und den CO2-Ausstoß signifikant reduziert. Dies unterstützt die Umweltziele des Unternehmens und stärkt seine Position als nachhaltiger Dienstleister.

Wirtschaftlichkeit und Effizienz

Eine der wichtigsten Überlegungen bei der Implementierung von Ladeinfrastruktur ist die Wirtschaftlichkeit. Hierbei spielen die Total Cost of Ownership (TCO) und die allgemeine Kosteneffizienz eine zentrale Rolle.

Total Cost of Ownership (TCO)

  • Vergleich zwischen Elektro- und Verbrennungsfahrzeugen

    • Energiepreise und Wartungskosten: Elektrofahrzeuge haben in der Regel niedrigere Betriebskosten als Verbrennungsfahrzeuge. Die Strompreise sind oft günstiger als Kraftstoffkosten, und die Wartungskosten sind aufgrund der geringeren Anzahl beweglicher Teile deutlich niedriger.

    • Steuerliche Vorteile: Zusätzlich zu den niedrigeren Betriebskosten profitieren Elektrofahrzeuge von steuerlichen Vergünstigungen, wie z.B. reduzierten Kfz-Steuern und staatlichen Förderprogrammen.

Kosteneffizienz

  • Einsparungen durch Flottenmanagement

    • Beispielrechnung für Unternehmen: Eine Beispielrechnung kann die potenziellen Einsparungen durch den Einsatz von Elektrofahrzeugen verdeutlichen. Diese umfassen sowohl direkte Einsparungen bei Kraftstoff und Wartung als auch indirekte Vorteile durch steuerliche Anreize.

    • Nutzung von Stromtarifen und Flatrates: Unternehmen können von speziellen Stromtarifen und Flatrates profitieren, die die Kosten für das Laden der Elektrofahrzeuge weiter reduzieren. Diese Modelle ermöglichen es, die Energiekosten vorhersehbar und kontrollierbar zu halten.

Die Implementierung einer Ladeinfrastruktur bringt somit nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische Vorteile mit sich. Unternehmen können ihre Betriebskosten senken und gleichzeitig einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Im letzten Abschnitt fassen wir die wichtigsten Punkte noch einmal zusammen und geben einen Ausblick auf die zukünftigen Entwicklungen im Bereich der Elektromobilität.

Fazit

Die Implementierung einer Ladeinfrastruktur bietet Unternehmen vielfältige Vorteile, die weit über die reine Elektromobilität hinausgehen. Sie steigert die Attraktivität als Arbeitgeber, verbessert die Wettbewerbsfähigkeit und unterstützt nachhaltige Geschäftsstrategien.

  • Zusammenfassung der Vorteile von Ladeinfrastruktur: Unternehmen, die in Ladeinfrastruktur investieren, profitieren von der Gewinnung und Bindung talentierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, einer verbesserten Marktposition und einem positiven CO2-Fußabdruck. Durch den Einsatz erneuerbarer Energien und eine sorgfältige Planung können Betriebskosten gesenkt und nachhaltige Ziele erreicht werden.

  • Zukunftsperspektiven der Elektromobilität im Unternehmensumfeld: Elektromobilität wird weiterhin an Bedeutung gewinnen. Unternehmen, die heute in Ladeinfrastruktur investieren, sind bestens gerüstet für die Zukunft. Sie können flexibel auf neue Anforderungen reagieren, ihre Nachhaltigkeitsziele erreichen und ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern.

Insgesamt zeigt sich, dass eine durchdachte Ladeinfrastruktur ein wichtiger Baustein für den Erfolg moderner Unternehmen ist. Investitionen in diesem Bereich sind nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch ökonomisch vorteilhaft. Unternehmen sollten daher die Chancen nutzen und sich aktiv mit der Umsetzung von Ladeinfrastruktur auseinandersetzen.

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